Polizeieinsatz während der Gebetsversammlung

Am Mittwochabend, den 26.06.2013 versammelten sich Christen im „Haus der Mission“ in Glasow zum Gebetsabend. Gegen 21:15 Uhr kam ein Aufgebot der Polizei und unterbrach völlig rechtswidrig die Versammlung. Daraufhin wiesen wir die Beamten zurecht, dass sie doch bitte nicht diese Gottesdienstversammlung stören mögen und sie sich gerne friedlich mit daran beteiligen könnten. Sie verließen dann für eine kurze Zeit den Raum, um sich zu beraten und weitere Einsatzfahrzeuge zu bestellen. Als diese dann eintrafen, stürmten sie in unseren Versammlungsraum und wollte unter Anwendung von Gewalt einen iransichen Christen, der sich im offenen Kirchenasyl befand, aus dem Gottesdienst herausreißen, um ihn wenige Stunden später mit dem Flugzeug abzuschieben.
Die Beamten rechtfertigten ihr Handeln mit dem Beschluss des Amtsgerichtes Pasewalk, den Kirchenasylanten mit einem milderen, ausreichenden Mittel abzuschieben. Die zuständige Ausländerbehörde hatte wenige Tage zuvor die Abschiebehaft angeordnet, in der der Schutzsuchende die Möglicheit hat, Rechtsmittel einzulegen.

Kirchenasyl

Das, was wir an diesem Gebestabend erlebten, war auf keinen Fall ein milderes Mittel, weil die freiheitsentziehende Maßname Nachts vollzogen wurde, wo es keine Chance gab von Rechtsmitteln Gebrauch zu machen.
Diese Ungerechtigkeit ist einfach unglaublich!!!
Etwa drei Stunden dauerte die Auseinandersetzung, 15 bis 20 Bundes- und Landespolizisten waren im Einatz, um den Glaubensbruder Masoud in den sicheren Tod zu schicken.
In dem massiven Gewaltakt kollabierte Masoud und der Notarzt musste gerufen werden.
Dieser brachte ihn in die Asklepios Klinik Pasewalk, wo er die Nacht auf der Stroke-Unit überwacht wurde.

Am Morgen des 27. Juni 2013 kam die erlösende Information von der zuständigen Ausländerbehörde, dass das Asylverfahren von Masoud in Deutschland neu aufgenommen wird und die Ausreisepflicht aufgehoben ist.

Diesen Vorfall zeigten wir damals auch bei PRO ASYL an.

Wir sind heute dankbar, dass wir nach dieser „aufregenden Angelegenheit“ noch viele Flüchtlinge bei uns im Kirchenasyl beherbergen konnten, ohne solch einen Überfall zum wiederholten Male erlebt haben zu müssen. Ein zweites Mal hatten wir in einer Nacht Besuch vom Bundesamt, bei dem wieder einer unserer damaligen Kirchenasylanten zur Abschiebung abgeholt werden sollte. Dieses Mal konnte die Angelegenheit bei einem vernünftigen Gespräch mit unserem Missionsleiter Frank Seidler zu einer für den Flüchtling positiven Einigung geklärt werden.