Übergriff
Übergriff auf Christen im Asylbewerberheim

(Bericht von 2016)

Wieder einmal kam es zu Übergriffen auf Christen in einem Asylbewerberheim und wieder mussten die Opfer fliehen. Die EMG nahm die Betroffenen selbstverständlich unverzüglich auf und sorgte dafür, dass Ahmed (Namen geändert) nochmals im Krankenhaus untersucht wurde.

Ahmed hatte drei Wirbel gebrochen und musste stationär behandelt werden.

Übergriff auf Christen 2

21.05. 2016,  etwa ein Uhr nachts kamen die afghanischen Paschtunen Hussein und Muhammed in Ahmeds Zimmer und beschimpften ihn als „MORTAT“ (Ungläubiger / Abgefallener / Unreiner), weil er seitdem er sich auf den Weg als Christ gemacht hatte, nicht mehr an die islamischen Regeln hält (Ramadan).

Hussein rief: „Ich sollte dich steinigen!“ Trotz Aufforderung verlies Hussein Ahmeds Zimmer nicht. Obwohl Ahmed um Hilfe rief, kam die Security nicht.

Einen Tag später, am 22.05. gegen 3:00 Uhr nachts, kamen sie erneut in Ahmeds Zimmer.

Hussein sagte: „Du sollst nicht so ungläubig tun, du sollst gerade sein und die Religion ernstnehmen! Du bist als Muslim  geboren und sollst das immer so weitermachen! Warum redest du mit Frauen in der Küche und lachst mit ihnen?“

 

Ahmed bat darum, in Ruhe gelassen zu werden. Doch Muhammed und Hussein waren der Meinung, es sei ihre Pflicht, Ahmed zu belehren. Als Ahmed die beiden bat, sein Zimmer zu verlassen, sprach Hussein mit Muhammed in Pashtu „Er versteht es nicht SO wir müssen einen anderen Weg suchen, dass er verstehen lernt!“

Ahmed forderte Muhammed und Hussein auf, das Zimmer zu verlassen, doch wieder gingen sie nicht und bedrohten ihn. Diesmal kam jedoch die herbeigerufene Security und die beiden Aggressoren verließen das Zimmer.

Danach war erstmal Ruhe bis zum 10. Juni. Da bedrohte Hussein erneut Ahmed und forderte ihn auf, mit ihm in den Wald zu gehen, um ihn dort zu schlagen.

Am 11. Juni stellte Ahmed fest, dass sein Fahrrad und das Fahrrad seines Freundes und Mitchristen Faisal (Name geändert) komplett zerstört worden war. Ahmed bat den Mann von der Security, die Polizei zu informieren, bekam jedoch die Antwort, dass dies nicht möglich sei, weil ja niemand beobachtet habe, wer das getan hatte. Das Fahrrad sei auch nicht so wichtig, dass man deswegen die Polizei informieren müsste. Der Sicherheitsdienst weigerte sich also, die Polizei zu informieren und lachte über „die verrückten- Afghanen“.

Als Ahmed und Faisal den Heimbewohner Hussein suchten, um ihn wegen der zerstörten Fahrräder zu fragen, kam es zur schweren Misshandlung. Muhammed hielt Ahmed von hinten fest, so dass Hussein mit Fäusten auf ihn einschlagen konnte. Durch einen dieser Faustschläge Husseins verlor Ahmed das Bewusstsein.

Faisal, der helfen wollte, wurde von Rashid, einem anderen Paschtunen angegriffen und geschlagen.

Inzwischen war die Polizei informiert worden. Ahmed kam wieder zu sich, konnte sich jedoch nicht bewegen. Er bat um einen Krankenwagen und einen Dolmetscher. Hussein hat „übersetzt“ und behauptet, Ahmed würde simulieren.

Das erste Mal wurde Ahmed in seinem Zimmer angegriffen, das zweite Mal / auch. Dann wurde er vor aller Augen angegriffen. Zitat Ahmeds: „Wenn mich diese Mörder alleine finden, bin ich tot.!

 

Ein weiterer Bericht des anderen Gewaltopfers, Faisal:

Faisal ist im Heim bekannt als einer von wenigen Christen. Sonntags fährt er immer zum Gottesdienst. Außer ihm gibt es nur einen afghanischen Jungen und zwei iranische Frauen, die Christen sind. Auch ein paar Araber (Syrer),  die aber als Christen geboren wurden. Deswegen wurde er oft von Muhammed und Rashid beschimpft.

So war es vorher schon in Griechenland. Nachdem andere Afghanen gemerkt haben, dass er zur Kirche ging, haben sie ihm den Vorwurf gemacht, seine Religion verkauft zu haben, weil er das Evangelium an andere weiter sagt.

Er wurde zusammengeschlagen und verlor dadurch einen Schneidezahn.

Die Polizei in Griechenland wollte ihm nicht helfen, da dort Gewalt gegen Christen jeden Tag stattfindet und niemanden mehr aufregt.

Als Faisal von der Polizeistation zurückkam,  fielen vier Paschtunen über ihn her, fesselten ihn, um ihn zu hängen.  Die Spuren davon sind noch heute an seinem Körper zu sehen.  Nur weil zufällig andere Menschen des Weges kamen, konnte er sich retten.

Jetzt gab es wieder eine solche Situation, diesmal jedoch in Deutschland.

Seit Monaten hatten Rashid und Muhammed, die zusammen mit Faisal auf der gleichen Etage wohnten, erheblichen Druck gemacht, weil weder er noch Ahmed zum NAMAZ (islamisches Gebet) und in die Moschee gingen, sondern sonntags in den Gottesdienst. Hussein hat auch die syrischen Christen bedrängt.

Als Faisal nach einem Einkauf mit dem geliehenen Fahrrads seines Zimmergenossen zurückkam, stellte er fest, dass Ahmeds Fahrrad vollständig zerstört worden war. Gemeinsam gingen Faisal und Ahmed zum Sicherheitsdienst. Der Mann von der Security machte sich eine Notiz.

Als Faisal zusammen mit Ahmed erneut den Schaden überprüfen wollten, stellten sie fest, dass inzwischen auch das Fahrrad, welches Faisal benutz hatte, komplett zerstört worden war.

Wieder gingen die Beiden zum Sicherheitsdienst, der sah sich das an und lachte dann: „ In zehn Minuten sind BEIDE Fahrräder kaputt?“

Wieder machte sich der Mann von der Security Notizen und ging OHNE die Polizei zu informieren davon, obwohl Faisal und Ahmed darum gebeten hatten.

Dann tauchte Hussein auf, Faisal wollte mit ihm reden, doch da stürzten sich schon Muhammed und Rashid, zwei andere von hinten auf Faisal und begannen ihn zu misshandeln.  Einer würgte ihn , der andere schlug ihn zu Boden. Als Faisal am Boden lag, traten beide auf ihn ein und verletzten ihn am Kopf.

Durch den Lärm kommt der Sicherheitsdienst zurück, die Paschtunen laufen weg und verstecken  sich in ihren Zimmern. Als Faisal es schafft aufzustehen, sieht er, dass Ahmed bewusstlos ist.

Eine andere afghanische Familie versucht zu helfen und spritzt Ahmed Wasser ins Gesicht, Ahmed kann jedoch nicht hochkommen.

Die Polizei kommt und hat Faisals Ausweis kontrolliert, die Daten aufgenommen, ihn aber nichts gefragt.

Hussein kommt dazu, spricht deutsch und englisch mit den Polizisten und behauptet, dass Ahmed nur spielen würde und keinerlei Probleme habe.

Danach wurde Ahmed vom Rettungsdienst mitgenommen. Weil sein Peiniger als Übersetzer mitfährt, wird er als Simulant entlassen. Heute liegt er mit drei gebrochenen Wirbeln im Krankenhaus.

Seit diesem Tag hat Faisal auch in Deutschland Angst.

Als diese Polizei weg war, hat Muhammed Faisal gedroht: „Harun (einem früherem Opfer, das aus dem Heim verlegt wurde), habe ich EINMAL gestochen, dir sollte ich alle Eingeweide rausschneiden, Ich habe russische Papiere, die deutsche Polizei kann gar nichts machen.  Wenn es hier schwierig wird, geh ich einfach dort hin!“

 Und Rashid hat gedroht: „Ich verbrenne das Heim wie in Düsseldorf und mache was, damit DU dafür verantwortlich bist und nie mehr aus dem Gefängnis kommst!“

 Seit dieser Zeit ist Faisal in unserem Schutzhaus untergebracht. Das Sozialamt verweigert die Zahlung für die Unterkunft und will beide ins Heim zurückschicken.

 

Beitrag D. G.
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