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Missionsreise Moldawien -Dezember 2009


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Hallo, ihr lieben wachenden, betenden und fastenden Mitkämpfer!

Inzwischen ist schon wieder eine lange Zeit vergangen, seit wir die Rückfahrt von unserer Missionsreise begonnen haben -und noch ist KEINER von uns zuhause eingetroffen.
Wie das?

Nun, zunächst ging es trotz schwieriger Straßenverhältnisse und Schneeketten zwar viel langsamer als erhofft, aber jedenfalls überhaupt voran. Nach drei Stunden hatten wir die Grenze zur EU überschritten und überkletterten die östlichen Ausläufer der Karpaten, nun schon auf ansatzweise geräumten Straßen. Mittlerweile meldete sich unser Motor mit einem leichten Tickern zu Wort, weswegen wir dem ungarisch-Schengener "Kerneuropa" zustrebten, in der Hoffnung,wieder auf die "Segnungen" der westlichen Zivilisation zu treffen, ehe uns das Auto im Stich lässt.

Wie fährt man solche Strecken am besten? Von unseren vorherigen Reisen haben wir die optimalste Variante übernommen: Zwei Teams zu je zwei Fahrern wechseln sich ab. Während der eine fährt und der andere navigiert (dazu gehört noch die Verpflegung des Fahrers und die technische Kontrolle des Fahrzeugs) wechseln sich beide sooft ab (ca. 6 Stunden lang), bis sich das andere Team, was es sich im Schlafsack so gemütlich wie möglich gemacht hat, erholt weiterfährt.

Etwa alle ein bis zwei Stunden gibt es eine kleine Pinkelpause (der Straßenrand kann dabei erheblich appetitlicher sein als das offizielle Loch im Fußboden einer öffentlichen Toilette), beim Teamwechsel dann eine ca. halbstündige Rast. So kann man auf etwa 23 Stunden effektive Fahrzeit am Tag kommen, was diese langen Fahrten erträglicher macht als nächtliche Stopps.

Im letzten Ort vor der Grenze also noch schnell aufgetankt (die ganzen 900 km durch Rumänien haben wir mit dem sehr preiswerten moldawischen Diesel geschafft); kurz überlegt, ob wir die Fahrzeuge gleich noch reinigen lassen (wir entscheiden uns, von einem bettelnden Zigeuner nur schnell die Scheiben waschen zu lassen) und dann, beim Wiedereinfädeln auf die Straße: das Tickern verstärkt sich zum Rattern, sodass wir es nur noch ein paar hundert Meter zur Vignettenstation schaffen und zwei Kilometer vor der ungarischen Grenze bei Eiseskälte liegenbleiben.

Und nun? In der Heimat und beim ADAC angerufen. Nach intensiver Beratung (Rumänien wird über Athen gemanagt, erst Ungarn von München aus) kommt die Entscheidung, das ganze Gespann ca. 60 km in die große ungarische Stadt Szeged in die nächste VW-Werkstatt zu schleppen. Das ist nicht so einfach, weil der LT 28 bis an den letzten Rand des Abschleppers reicht und der Hänger deshalb von einem zweiten Fahrzeug geschleppt werden muss.
Die einstündige Fahrt taut uns soweit wieder auf, dass wir wissen, eine Nacht im tiefgefrorenen Auto überstehen nicht alle unbeschadet. Der stundenlangen Warterei hatten wir zuvor mit der Igelmethode beizukommen versucht: einrollen und Winterschlaf machen. Nur so viel sei verraten: Es funktionierte nicht bei allen. :-)  

Irgendwann nachts waren wir in einem netten kleinen, warmen Hotel.  Am Morgen die erste Diagnose: Hydrostößel gebrochen (bei einem noch recht neuen Auto!), voraussichtliche Reparaturkosten 4.000,- Euro. Am Abend bestätigt sich, dass ein Schutzbrief für das Fahrzeug besteht, sodass wenigstens für Unterkunft und Rücktransport keine weiteren Kosten anfallen.

Bis in die Nacht dann die verschiedensten Planungen, wie beides am effektivsten zu bewerkstelligen sein könnte. Dann die Entscheidung: Carolin und Frank fahren am nächsten Morgen mit dem Zug nach Hause, Reinhard und Matthias warten die Reparatur ab, die im günstigsten Fall für Samstagnachmittag, für den wahrscheinlichsten kurz vor Weihnachten und für den schlimmsten erst im neuen Jahr in Aussicht gestellt wird.

Während WIR nun nach allerknappsten Übergang dank eines geübten Taxifahrers, der mit 100 von einem zum anderen Budapester Bahnhof brettert, entspannt durch das verschneite Europa sausen (in Bratislava auch über Bahnsteige, Unterführung und Bahnhofshalle zum Geldautomaten, um die nächste Fahrkarte zahlen zu können, weil das Bargeld ja nicht für Unvorhergesehenes kalkuliert war - den Schaffner als schnellsten Fremdenführer der Welt immer vorneweg - beide springen japsend nur Sekunden vor der Weiterfahrt wieder in den Zug) erfahren unsere beiden Dagebliebenen eine schlimme Nachricht.

Weil das gebrochene Ventilstück auch Kolben und Zylinder beschädigt hat, erhöht sich die Reparatursumme wohl auf 7.500,- € (woher nehmen, o Herr!) und die -zeit wohl doch aufs Neue Jahr. Neue Beratungen hin und her und dann die Entscheidung: sie wollen noch abwarten bis Dienstag, vielleicht geschieht das Wunder der früheren Fertigstellung ja doch.

Wir vertrauen darauf, dass unser Herr und Meister uns auch in diesem Fall aushelfen wird, indem ER diese Last jemanden aufs Herz legen wird, wenigstens mit einem Darlehen zu helfen. Groß sind die Wunder an Veränderung, die wir bei dieser Reise bei unseren Geschwistern beobachten konnten, gewaltig die Herausforderungen für eine zukünftige Gott gemäße Verwaltung des Evangeliums in der dortigen herzlosen Gesellschaft.
Schon auf dem Heimweg, hat Gott mir in einem Traum gezeigt, WIE wir dort weiter dienen sollen - eine so überraschende wie faszinierende Möglichkeit, die wir dieses Mal unbewusst schon anwandten. Dazu beim nächsten Mal mehr.

Mit herzlichem Dank für alle fürbittende und tatkräftige Mitarbeit wünschen eine gesegnete neue Woche und einen Freude strömenden Tag des Herrn, den vierten Advent 2009

Eure Außendienstler

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