Kategorie:Missionseinsätze Dieser Artikel wurde eingestellt von: Carolin Schreiner
Erstellung am: 20. Dezember 2009 13:37 - 294 Hits
Hallo, ihr lieben wachenden, betenden und fastenden Mitkämpfer!
Inzwischen ist schon wieder eine lange Zeit vergangen, seit wir die Rückfahrt von unserer Missionsreise begonnen haben -und noch ist KEINER von uns zuhause eingetroffen.
Wie das?
Nun, zunächst ging es trotz schwieriger Straßenverhältnisse und
Schneeketten zwar viel langsamer als erhofft, aber jedenfalls überhaupt
voran. Nach drei Stunden hatten wir die Grenze zur EU überschritten und
überkletterten die östlichen Ausläufer der Karpaten, nun schon auf
ansatzweise geräumten Straßen. Mittlerweile meldete sich unser Motor
mit einem leichten Tickern zu Wort, weswegen wir dem
ungarisch-Schengener "Kerneuropa" zustrebten, in der Hoffnung,wieder
auf die "Segnungen" der westlichen Zivilisation zu treffen, ehe uns das
Auto im Stich lässt.
Wie fährt man solche Strecken am besten? Von unseren vorherigen Reisen
haben wir die optimalste Variante übernommen: Zwei Teams zu je zwei
Fahrern wechseln sich ab. Während der eine fährt und der andere
navigiert (dazu gehört noch die Verpflegung des Fahrers und die
technische Kontrolle des Fahrzeugs) wechseln sich beide sooft ab (ca. 6
Stunden lang), bis sich das andere Team, was es sich im Schlafsack so
gemütlich wie möglich gemacht hat, erholt weiterfährt.
Etwa alle ein bis zwei Stunden gibt es eine kleine Pinkelpause (der
Straßenrand kann dabei erheblich appetitlicher sein als das offizielle
Loch im Fußboden einer öffentlichen Toilette), beim Teamwechsel dann
eine ca. halbstündige Rast. So kann man auf etwa 23 Stunden effektive
Fahrzeit am Tag kommen, was diese langen Fahrten erträglicher macht als
nächtliche Stopps.
Im letzten Ort vor der Grenze also noch schnell aufgetankt (die ganzen
900 km durch Rumänien haben wir mit dem sehr preiswerten moldawischen
Diesel geschafft); kurz überlegt, ob wir die Fahrzeuge gleich noch
reinigen lassen (wir entscheiden uns, von einem bettelnden Zigeuner nur
schnell die Scheiben waschen zu lassen) und dann, beim Wiedereinfädeln
auf die Straße: das Tickern verstärkt sich zum Rattern, sodass wir es
nur noch ein paar hundert Meter zur Vignettenstation schaffen und zwei
Kilometer vor der ungarischen Grenze bei Eiseskälte liegenbleiben.
Und nun? In der Heimat und beim ADAC angerufen. Nach intensiver
Beratung (Rumänien wird über Athen gemanagt, erst Ungarn von München
aus) kommt die Entscheidung, das ganze Gespann ca. 60 km in die große
ungarische Stadt Szeged in die nächste VW-Werkstatt zu schleppen. Das
ist nicht so einfach, weil der LT 28 bis an den letzten Rand des
Abschleppers reicht und der Hänger deshalb von einem zweiten Fahrzeug
geschleppt werden muss.
Die einstündige Fahrt taut uns soweit wieder auf, dass wir wissen, eine
Nacht im tiefgefrorenen Auto überstehen nicht alle unbeschadet. Der
stundenlangen Warterei hatten wir zuvor mit der Igelmethode beizukommen
versucht: einrollen und Winterschlaf machen. Nur so viel sei verraten:
Es funktionierte nicht bei allen. :-)
Irgendwann nachts waren wir in einem netten kleinen, warmen Hotel. Am
Morgen die erste Diagnose: Hydrostößel gebrochen (bei einem noch recht
neuen Auto!), voraussichtliche Reparaturkosten 4.000,- Euro. Am Abend
bestätigt sich, dass ein Schutzbrief für das Fahrzeug besteht, sodass
wenigstens für Unterkunft und Rücktransport keine weiteren Kosten
anfallen.
Bis in die Nacht dann die verschiedensten Planungen, wie beides am
effektivsten zu bewerkstelligen sein könnte. Dann die Entscheidung:
Carolin und Frank fahren am nächsten Morgen mit dem Zug nach Hause,
Reinhard und Matthias warten die Reparatur ab, die im günstigsten Fall
für Samstagnachmittag, für den wahrscheinlichsten kurz vor Weihnachten
und für den schlimmsten erst im neuen Jahr in Aussicht gestellt wird.
Während WIR nun nach allerknappsten Übergang dank eines geübten
Taxifahrers, der mit 100 von einem zum anderen Budapester Bahnhof
brettert, entspannt durch das verschneite Europa sausen (in Bratislava
auch über Bahnsteige, Unterführung und Bahnhofshalle zum Geldautomaten,
um die nächste Fahrkarte zahlen zu können, weil das Bargeld ja nicht
für Unvorhergesehenes kalkuliert war - den Schaffner als schnellsten
Fremdenführer der Welt immer vorneweg - beide springen japsend nur
Sekunden vor der Weiterfahrt wieder in den Zug) erfahren unsere beiden
Dagebliebenen eine schlimme Nachricht.
Weil das gebrochene Ventilstück auch Kolben und Zylinder beschädigt
hat, erhöht sich die Reparatursumme wohl auf 7.500,- € (woher nehmen, o
Herr!) und die -zeit wohl doch aufs Neue Jahr. Neue Beratungen hin und
her und dann die Entscheidung: sie wollen noch abwarten bis Dienstag,
vielleicht geschieht das Wunder der früheren Fertigstellung ja doch.
Wir vertrauen darauf, dass unser Herr und Meister uns auch in diesem
Fall aushelfen wird, indem ER diese Last jemanden aufs Herz legen wird,
wenigstens mit einem Darlehen zu helfen. Groß sind die Wunder an
Veränderung, die wir bei dieser Reise bei unseren Geschwistern
beobachten konnten, gewaltig die Herausforderungen für eine zukünftige
Gott gemäße Verwaltung des Evangeliums in der dortigen herzlosen
Gesellschaft.
Schon auf dem Heimweg, hat Gott mir in einem Traum gezeigt, WIE wir
dort weiter dienen sollen - eine so überraschende wie faszinierende
Möglichkeit, die wir dieses Mal unbewusst schon anwandten. Dazu beim
nächsten Mal mehr.
Mit herzlichem Dank für alle fürbittende und tatkräftige Mitarbeit
wünschen eine gesegnete neue Woche und einen Freude strömenden Tag des
Herrn, den vierten Advent 2009
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